Nuklearmedizin

In der Nuklearmedizin arbeiten wir mit schwach radioaktiven Substanzen (Nukliden), die über die Venen verabreicht werden. Mit Hilfe der von den Nukliden abgegebenen Strahlung können wir Funktionsstörungen der Organe bildlich darstellen.

Oft sind diese Veränderungen bei anderen Untersuchungen nicht sichtbar oder ihre Diagnostik ist mit einem größeren Risiko verbunden. Schwangere Patientinnen und stillende Mütter dürfen allerdings nicht untersucht werden.

Unsere Praxis bietet folgende nuklearmedizinische Verfahren an:

Skelettszintigraphie Nierenszintigraphie

Schilddrüsenszintigraphie

Lungenperfusionsszintigraphie Nebenschildrüsenszintigraphie 

Skelettszintigraphie

Bei der Skelettszintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Ellenbogenvene injiziert und unmittelbar anschließend werden Aufnahmen der Verteilung der Substanz im Blut angefertigt  welche die Durchblutung widerspiegeln (sog. Frühaufnahmen). Nach einer zweistündigen Wartezeit erfolgen die sog. Spätaufnahmen,welche den Knochenstoffwechsel darstellen.

Häufige Fragestellungen bei der Knochenszintigraphie sind

  • Frage nach Knochenmetastasen
  • nach Aktivität von Arthrosen
  • Alter von Frakturen
  • Knochenveränderungen bei Arthritis
  • Lockerung oder Infektion von Hüft- oder Knieprothese

nüchtern: nein, aber nach Injektion des Nuklids 1 – 2 l Flüssigkeit trinken
Vorbereitung: keine
Dauer: 2,5 – 3 Stunden


Nierenszintigraphie

Bei der Nierenszintigraphie befindet sich die Gammakamera im Rücken des Patienten, während eine schwach radioaktive Substanz in eine Ellenbogenvene injiziert wird. Im Gegensatz zur herkömmlichen Röntgen-Untersuchung der Nieren ist es mittels einer 35-minütigen Aufnahme möglich, nicht nur Form, Größe und Lage der Nieren zu beurteilen, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Nieren als Gesamtleistung wie auch als Einzelleistung jeder Niere zu bestimmen. Darüber hinaus kann auch der Abfluß desUrins aus den Nieren untersucht werden.

Typische Fragestellungen sind daher:

  • Schädigung der Nierenfunktion z.B. durch langjährigen Bluthochdruck oder Diabetes
  • Urinabfluß bei Verengung des Nierenbeckens
  • Beurteilung der Leistung der Nieren im Seitenvergleich (z.B. ist eine Niere bei einer Operation erhaltungswürdig oder schon zu stark durch einen Tumor oder Nierensteine geschädigt)

nüchtern: nein
Vorbereitung: Sie müssen ½ h vor der Untersuchung 1 l Flüssigkeit trinken (in der Praxis)
Dauer: ca. 1h 15min.


Schilddrüsenszintigraphie

Bei der Szintigraphie der Schilddrüse wird eineschwach radioaktive Substanz (Tc-99m Pertechnetat) in eine Ellenbogenvene injiziert.
Diese Substanz wird von Schilddrüsenzellen wie Jodid aufgenommen. Nach 20-minütiger Wartezeit wird der Patient unter die Gammakamera gelegt und es wird 5 Minuten lang ein Bild aufgenommen. Als Ergänzung zur Szintigraphie erfolgt eine Ultraschalluntersuchung.

Nach Auswertung der Aufnahme können folgende Aussagen über die Schilddrüse getroffen werden: - Lage, Größe und Form, - Jodaufnahmefähigkeit der gesamten Schilddrüse bzw. einzelner Teile. Damit gelingt auch die Einordnung von sonographisch auffälligen Knoten zu sog. „heißen“ oder „kalten“ Knoten.

Definition kalter Knoten:

Kalte Knoten sind Gebiete in der Schilddrüse, welche am Jodstoffwechsel nicht teilhaben und daher auch die radioaktive Substanz in der Schilddrüsenszintigrahie nicht aufnehmen. Zu beachten ist dabei, dass der Terminus „kalter Knoten“ als Überbegriff zu verstehen ist. Dahinter können sich sowohl gutartige, nicht-funktionierende Knoten wie auch bösartige Knoten oder Zysten verstecken. Nach neuesten Studien dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass ein kalter Knoten in Deutschland bösartig ist, bei ca. 1 von 2500 liegen.

Definition heißer Knoten:

Autonome Adenome werden umgangssprachlich auch als „heiße Knoten“ bezeichnet. Dies sind gutartige Knoten, welche sich in ihrer Produktion von Schilddrüsenhormonen nicht mehr regulieren lassen, was mittel- bis langfristig zu einer Überfunktion führt.

nüchtern: nein
Vorbereitung: keine
Dauer: 20 – 40 min


Lungenperfusionsszintigraphie


Bei der Lungenperfusionsszintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Ellenbogenvene injiziert. Unmittelbar anschließend werden Aufnahmen der Lunge aus 6 verschieden Richtungen (Perspektiven) angefertigt.

Fragestellungen

  • Lungenembolie
  • seitengetrennte Durchblutung der Lungenflügel vor operativen Eingriffen

nüchtern: nein
Vorbereitung: keine
Dauer: ca. 40 min


Nebenschildrüsenszintigraphie


Bei der Nebenschilddrüsenszintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Ellenbogenvene injiziert. 10 Minuten und 2 Stunden nach der Injektion erfolgen Aufnahmen des Halses und des Oberkörpers.

Fagestellung

Suche nach Nebenschilddrüsenadenomen

nüchtern: nein
Vorbereitung: keine
Dauer: 2h 30min