Myokardszintigraphie

Mit der Myokardszintigraphie wird die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung und in Ruhe untersucht. Man gewinnt somit Informationen über etwaige Durchblutungsstörungen und einem hierdurch drohenden Herzinfarkt.Zudem kann das Ausmaß von Narben nach einem Herzinfarkt beurteilt werden. Es handelt sich bei der Myokardszintigraphie um eine nuklearmedizinische Methode, das heißt, eine gering radioaktiv markierte Substanz wird zur Diagnostik verwendet.
Die Myokardszintigraphie ersetzt nicht die invasive Herzkatheteruntersuchung, sie stellt jedoch unter Umständen die Indikation zu dieser Untersuchung oder ergänzt sie.

Behandlungsablauf der Myokardszintigraphie

Die Untersuchung sollte in nüchternem Zustand durchgeführt werden. Auch Medikamente sollten in der Regel nicht eingenommen werden, sog. Betablocker müssen ein bis zwei Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Sie sollten aber alle Medikamente zur Untersuchung mitbringen. Genauere Informationen erhalten Sie rechtzeitig vom überweisenden Arzt.

Vor Beginn der Untersuchung wird  mit einer Plastiknadel ein Zugang in eine Armvene gelegt. Anschließend wird ein Belastungstest am Fahrradergometer durchgeführt. Für Patienten mit Bewegungseinschränkungen steht eine sogenannte pharmakologische Belastung zur Verfügung, eine körperliche Belastung entfällt dann.

Am Höhepunkt der Leistungsfähigkeit wird die radioaktive Indikatorsubstanz (99m-Tc-MIBI) eingespritzt, die in Abhängigkeit von der Durchblutung in die Herzmuskelzellen aufgenommen wird. Mit der Gammakamera werden eine Reihe von Aufnahmen gemacht, die die Verteilung der radioaktiven Substanz am Herzen erfassen. Falls nötig, erfolgt an einem anderen Tag eine entsprechende Untersuchung in Ruhe.

Dauer der Behandlung

Die Belastung am Fahrradergometer dauert ca. ½ Stunde. Dann ist eine Stunde Pause, während der eine fettreicheMahlzeit eingenommen werden muss. Die Aufnahmezeit an der Gammakamera beträgt 16 Minuten. Anschließend erfolgt die Auswertung der Aufnahmen. Der Zeitbedarf für die Belastungsuntersuchung beträgt insgesamt 2 Stunden.
Die Ruheuntersuchung, die an einem anderen Tag durchgeführt wird, dauert insgesamt ca. 1 ½ Stunden.

Auswertung der Ergebnisse

Im Normalfall ist nur die Muskulatur der linken Herzkammer dargestellt, da die Wand des rechten Ventrikels deutlich dünner ist. Ein unter Belastung minderdurchblutetes (ischämisches) Herzmuskelgewebe kann die Radioaktivität nicht aufnehmen. Unter Ruhebedingungen (bei vermindertem Blutbedarf) füllt sich dieser Defekt wieder auf. Dieses Herzmuskelgebiet ist infarktgefährdet.
Hat ein Patient bereits einen Herzinfarkt erlitten, nimmt das Infarktareal weder in Ruhe noch bei Belastung das Radiopharmakon auf.
Die Narbe stellt totes Gewebe dar und kann nicht mehr speichern.

Risiken

Mit Ausnahme der Injektion ist die Myokardszintigraphie vollkommen schmerzlos.
Die Menge der benutzten Radioaktivität ist sehr gering und kann daher keinen Schaden anrichten.
Schwangere dürfen allerdings nicht untersucht werden, damit das ungeborene Kind keinen Schaden erleidet.

Einsatzgebiete der Myokardszintigraphie

  • zur Erkennung von Durchblutungsstörungen am Herzen
  • zur Beurteilung der Größe eines Herzinfarktes
  • zur Klärung der Frage, ob im Randgebiet eines Infarktes noch vitales Gewebe vorhanden ist
  • zur Diagnostik sog. stummer (nicht bemerkter) Infarkte
  • zur Verlaufsbeurteilung einer medikamentösen Behandlung
  • zur Erfolgskontrolle einer sog. Ballondilatation, Stentbehandlung oder Bypass-Operation